Heimkino-Highlights im November
Einladung zum Lachen, zum Lieben, zum Gruseln und zum Laufen: unsere DVD-Highlights im November.Endlich: Die Tage werden kürzer, die Nächte länger und kälter. Und so langsam haben wir keine Ausreden mehr, um uns nicht all das medial zu Gemüte zu führen, was wir in den Sommermonaten an uns haben vorbeiziehen lassen. Sei es, weil es zu heiß war oder zu kalt. Oder weil das Überangebot einfach zu gewaltig war. Endlich also gibt es die doppelte Dino-Packung für kleine Kids und große Actionfans und den mörderischen Marathon der Braut in Tarantinos Meisterwerk, das erstmals in seiner ursprünglichen Form zu sehen ist. Und wem dabei das Lachen vergangen ist, der darf es sich mit „The Invite“ gerne zurückholen. Eine Einladung, der wir nur allzu gerne nachkommen. In diesem Sinne: Viel Vergnügen!
Man muss sich langsam wirklich alt fühlen, wenn sich nun auch eines der legendärsten Leinwand-Epen der Nullerjahre auf sein 25. Jubiläum zubewegt. Quentin Tarantinos „Kill Bill“ mag nicht ganz an „Reservoir Dogs“ und „Pulp Fiction“ heranreichen, hat aber in seinem Rückgriff auf asiatisches Martial-Arts- und Actionkino den Westen erneut sensibilisiert für den Einfluss fernöstlicher Filmmagie auf unsere Sehgewohnheiten. Ursprünglich als ein langer Film geplant, wurde der Rachefeldzug von Uma Thurman auf zwei Volumes aufgeteilt und nur für seine Premiere 2004 in Cannes sowie für wenige Sonderscreenings in seine anfänglich geplante Form gebracht. Jetzt endlich kommt auch die übrige Filmwelt in den Genuss des über vierstündigen Cuts, der zusätzlich einige wesentliche Ergänzungen bereithält: Neben dem animierten Kurzfilm „Yuki’s Revenge“ nach dem Abspann wurde die Sequenz zur Vergangenheit von O-Ren Ishii erweitert und um einige alternative Einstellungen ergänzt. Am auffälligsten: die berüchtigte Kampfszene im „House of Blue Leaves“, die man hier erstmals in ihrer ganzen blutroten Herrlichkeit erleben kann.
„Kein Einsatz zu groß, keine Pfote zu klein.“ Bereits zum dritten Mal macht die vierbeinige Rettungsstaffel Halt auf der (Heim-)Kinoleinwand, um den eigenen Slogan auch in Sachen Sehgewohnheiten vom überschaubaren seriellen ins ganz große Erzählformat zu bringen. Begeistert davon sind natürlich trotzdem vor allem die Kleinsten, die hier erleben dürfen, wie die Hundepatrouille um Ryder, Skye, Marshall, Rubble und Chase auf einer Insel strandet, auf der es im besten Jules-Verne- und „Jurassic Park“-Stil noch echte Dinos gibt. Außerdem einen Berner Sennenhund namens Rex, der sich bestens mit den Urzeitviechern auskennt. Das erweist sich als äußerst hilfreich, nachdem auch der notorische Unruhestifter Bürgermeister Besserwisser hier landet und die Insel um ihre Edelsteinschätze erleichtern will. So löst er nämlich eine Katastrophe aus, deren Bewältigung zum bislang größten Abenteuer der Paw Patrol wird.
Und noch mal Dinos. Allerdings laut Feedback zahlreicher Eltern längst nicht mehr so kindertauglich wie bei der „Paw Patrol“, sondern mit seiner FSK 12 noch ganz gut bedient. Sagen wir mal so: Die Dinos hier sind keine Pflanzenfresser. Und das in schönster 80er-Sommerblockbuster-Manier im Jahr 1982 in einer US-amerikanischen Kleinstadt angesiedelte Geschehen folgt bald schon den Regeln aufregendster Creature Features. Und das mit absoluter Top-Besetzung! Anne Hathaway und Ewan McGregor spielen das Ehepaar Platt, das sich mitsamt seinen Kindern und der gesamten Nachbarschaft plötzlich einer urzeitlichen Tier- und Pflanzenwelt ausgesetzt sieht. Der Grund dafür liegt ganz offensichtlich in einem Wurmloch, durch das ihr gesamtes Viertel in prähistorische Zeiten gefallen ist. Der Weg zurück ist nicht nur mit zahlreichen Opfern gepflastert, sondern auch mit der ein oder anderen Ehekrise. Genau die Art von Blockbuster also, die Steven Spielberg Mitte der 80er gedreht hätte. We love!
Die smarteste, mit Abstand witzigste und in Teilen auch schmerzhaft wahrhaftigste Komödie des Jahres braucht nicht viel Raum, um ihr überschaubares Figurenpersonal zu voller Entfaltung zu bringen. Basierend auf einem spanischen Original, das als „Die Nachbarn von oben“ unter anderem bereits in der Schweiz adaptiert wurde, wirft Regisseurin Olivia Wilde sich selbst an die Seite von Seth Rogen, mit dem sie in „The Invite“ eine – vorsichtig ausgedrückt – reichlich eingeschlafene Ehe verbindet. Abwechslung bringen soll die Einladung der „Nachbarn von oben“, denen Rogens Charakter fast schon feindlich gegenüber eingestellt ist, während seine Frau vor lauter Gefallsucht von einem Fettnäpfchen ins nächste tritt. Das Gute: Die sexy Nachbarn (ein gesetzter Edward Norton und Penélope Cruz als aufreizende Sexualtherapeutin) sind gar nicht wegen des Essens da. Eine Situation, aus der sich ein pikantes und hochkomisches Kammerspiel entwickelt, in dem jede und jeder mindestens ein Körnchen der eigenen Beziehung wiederentdecken wird.
Immer wenn man dachte, das sei es jetzt gewesen mit der 1995 erstmals erzählten „Toy Story“, kommen die Animationszauberinnen und -zauberer von Pixar mit einem neuen Teil der Reihe daher. Die Reihe schien am Ende eines jeden Einsatzes eigentlich auserzählt und findet doch immer wieder einen Ansatz, um uns zum Jauchzen und unsere Herzen zum Beben zu bringen. So auch diesmal – immerhin sieben Jahre, nachdem es für Teil 4 „Alles hört auf kein Kommando“ geheißen hat und der Kinderzimmer-Staffelstab endgültig an die kleine Bonnie übergeben worden ist. Die hat nach ihren Abenteuern unter anderem mit Neuzugang Forky nun ein neues Lieblingsspielzeug: „Lilypad“. Ein Tablet, das drauf und dran ist, das klassische Spielzeugarsenal für immer vergessen zu machen. Also holen Buzz Lightyear und Co. Verstärkung beim eigentlich abgewanderten Cowboy-Buddy Woody. Mit ihm zusammen erhalten wir eine Lektion in Sachen Spiel(zeug), Spaß und digitale Grenzen. Immer noch und wieder schön!
Darauf haben wir viel zu lange warten müssen: eine klassische Buddy-Action-Komödie mit sympathischem Cast, in der es natürlich um alles (und nichts) geht – und das Ganze in gerade mal knapp 100 Minuten. Vorhang auf für „Runner“, in dem „Reacher“-Star Alan Ritchson dem titelgebenden Job als Kurierfahrer heikler Frachten nachgeht, ohne allzu sehr auf die Einhaltung von Recht oder Gesetz zu achten. Bei seinem neuesten Auftrag aber geht es buchstäblich um Leben und Tod: Er soll einem schwerkranken siebenjährigen Mädchen eine Spenderleber bringen. Ungemach droht gleich von zwei Seiten: Zum einen von dem geschwätzigen medizinischen Kurier (Owen Wilson), den man ihm zur Seite gestellt hat, zum anderen von einem mörderischen Drogenkartell, das es ebenfalls auf die Leber abgesehen hat und während der spannenden Hatz entlang der australischen Gold Coast vor nichts Halt macht, um sie zu bekommen.
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