
Die Musik-Tipps4U für den März
Unsere DVD-Tipps4U für den MärzIn der Nacht zum 16. März werden in diesem Jahr die Oscars verliehen und wir leihen kräftig mit. Nur in anderen Kategorien, als die Academy das gerne hätte. Wir zum Beispiel haben gleich zwei Kandidat*innen für das beste Remake („Momo“, „Running Man“), rufen zweimal das beste Sequel („Die Unfassbaren“, „Wicked“) aus, küren die Franchise-Weiterentwicklungen des Jahres („Predator: Badlands“, „Pumuckl“) und widmen einen Sonderpreis dem ungemütlichsten Aufreger des Jahres („Eddington“). Bei uns auf dem roten Teppich: Elle Fanning, Glen Powell, Michael Cera, Isla Fisher, Jesse Eisenberg, Ariana Grande, Joaquin Phoenix, Emma Stone, Pedro Pascal und der Pumuckl. Um eine „Predator“-Weisheit leicht abzuwandeln: Egal, wer verliert, wir gewinnen!
Das ganze Leben ist ein Spiel …
… und wir sind nur die Kandidaten. Das hat nicht nur Hape Kerkeling schon früh gewusst, sondern auch die Macher der deutschen Kultserie „Das Millionenspiel“. Und natürlich Stephen King, der als Richard Bachmann ebenfalls die Pervertierungen des modernen Spielshow- und Reality-Zeitalters vorhergesehen hatte. Schon vor mehr als 30 Jahren schlüpfte Arnold Schwarzenegger in die Rolle von Ben Richards, um in einem dystopischen Amerika buchstäblich um sein Leben zu rennen. Unter der Regie von Edgar Wright rennt nun Glen Powell durch die gar nicht mehr so futuristisch erscheinende USA – zu verrückt ist die Realität mittlerweile, als dass das hier noch Schrecken hätte. Freilich macht die Neuinterpretation trotzdem Spaß – dank eines gewitzten Hauptdarstellers, schräger Nebenfiguren (Michael Cera!) und eines gehörigen Maßes nicht ganz ernst zu nehmender Brutalität. Noch ein bisschen mehr „Idiocracy“ hätte es aber gern sein dürfen.
There’s no place like Home Planet
Es steckt noch reichlich Leben in der „Predator“-Franchise! Den Beweis tritt Dan Trachtenberg an, der für „Predator: Badlands“ in die Heimat der bislang stets als mächtige Gegenspieler agierenden intergalaktischen Jägerrasse zurückkehrt. Zusammen mit der Weyland-Androidin Thia (Elle Fanning), die hier die Bekanntschaft eines von seinem Clan verstoßenen „Predator“ macht. Aus Feinden werden vor ungeahnten Herausforderungen schnell Verbündete auf einem unwirtlichen und fremdartigen Planeten, auf dem wir mehr über die außerirdischen Jäger erfahren, als uns vielleicht lieb gewesen wäre. Das neue Setting jedenfalls trägt. Übrigens familienfreundlicher als je zuvor, da die Alien-on-Alien-Action ohne das rote Blutmeer auskommt, das die Vorgänger zum Teil kennzeichnete.
Now You See Me
Sie sind so etwas wie die „Ocean’s Eleven“ der Ehrlich-Brothers-Generation. Und wie die gewitzt raffinierten Vorgänger haben es nun auch die Meister der Täuschung und Illusion zu einem dritten Teil gebracht. Unterstützt von ein paar jungen und gut aussehenden Nachwuchstalenten geht es für das eingespielte Quartett um Woody Harrelson, Jesse Eisenberg, Dave Franco und Isla Fisher gegen Rosamunde Pike und um einen riesigen Diamanten. Rund um die Welt und unter anderem zum alten Bekannten Morgan Freeman führt sie die illusionsreiche Hatz, die wie die Vorgänger Elemente des Heist-Movies mit illusionsreichem Spektakel und viel Witz zum perfekten Familienabenteuer kombiniert. Kaum zu fassen eigentlich, dass das auch beim dritten Mal noch so gut funktioniert.
Die Zeit, die bleibt
Unfassbare 40 Jahre ist es schon her, dass Radost Bokel junge Kinogänger als „Momo“ in die Welt von Michael Ende entführte und schon den Jüngsten klarmachte, dass am Ende die Zeit alles ist, was uns bleibt. Eine wahrlich zeitlose Geschichte, die insbesondere in unserer hektischen und von Social-Media-Zeitklau beherrschten digitalen Moderne eines dringenden Updates benötigte. Das hat sich zumindest Christian Ditter gedacht, der mit internationaler Besetzung und ordentlich Budget noch einmal erzählt, wie ein kleines Waisenmädchen es mit den düsteren Zeitdieben aufnimmt und mit Unterstützung von Meister Hora und Schildkröte Kassiopeia den Menschen um sich herum das Wertvollste zurückgibt, was sie besitzen: ihre Zeit. Und das ist eine Botschaft, für die wir gerne ein bisschen von unserer Zeit zu opfern bereit sind.
Nicht mehr in Kansas
Im großen Musical gibt es gegebenenfalls eine Pause zwischen zwei Akten, fürs Kino macht man da gerne zwei Teile draus. Weil’s erstens zusätzlich Geld in die Kasse spült und zweitens Gelegenheit für noch mehr Songs (und noch mehr Tränen) gibt. Hat Teil 1 noch der Vorgeschichte rund um die vermeintlich „böse“ Hexe Elphaba und ihr „gutes“ Gegenstück Glinda erzählt, führt Teil zwei die Fäden – auch mit dem heiß geliebten Klassiker „Der Zauberer von Oz“ – zusammen. Von der Entstehung der Yellow Brick Road bis hin zur Enthüllung der Vogelscheuche führt uns die Geschichte, die „Wicked“-Fans schon im Kino Tränen der Freude und Rührung in die Augen getrieben haben dürfte. Schön, dass sich das jetzt zu Hause wieder und wieder erleben lässt. Wie heißt es doch im Original so schön: „There’s no Place like Home“.
Das größte Missverständnis, das gab es wohl zwischen den „neuen“ Pumuckl-Müttern und -Vätern bei der Filmproduktion NEUESUPER und dem ursprünglichen Pumuckl-Haussender BR. Der nämlich traute der Vision der jungen Wilden möglicherweise nicht ganz und ließ sich die ganz wunderbare Neuauflage der Geschichten rund um den Pumuckl einfach durch die Lappen gehen. Umso besser für RTL, wo die seriellen neuen Pumuckl-Abenteuer mit ganz viel Herzblut, einem wunderbaren Florian Brückner und dem nicht minder wunderbaren Maxi Schafroth (als Stimmenteil des Kobolds neben der Hans-Clarin-KI) mittlerweile zu sehen (und zu hören) sind. Und zwar bereits in zweiter Staffel. Und weil das nicht genügt, haben es Kobold und Schreiner abermals auf die Kinoleinwand geschafft. Nicht mit einem Serienzusammenschnitt, sondern einem ganz wunderbaren Abenteuer, das herrliche Figuren, einen Besuch in der Münchner Oper und fast das Ende der wunderbaren Freundschaft aufbietet. Absolut zu Recht ein Millionenerfolg schon im Kino!
Bürgerkrieg light
Regisseur Ari Aster hat uns schon auf das Angenehmste verstört mit seiner modernen Interpretation von Horror, sei es mit „Hereditary“, „Midsommar“ oder dem ganz besonders abgefahrenen „Beau Is Afraid“. Aber dass ausgerechnet eine tiefpechschwarze Politsatire den Vogel komplett abschießt, das hätten wir nicht gedacht. Entsprechend umstritten war „Eddington“ auch bei Kritik und Publikum, offenbar weil niemand so recht damit umzugehen wusste, dass hier Gut und Böse nicht ganz so trennscharf gezeichnet werden, wie es sonst in Politsatiren der Fall ist. Im Gegenteil: Die vermeintlich „einfache“ Geschichte vom Kleinstadt-Bürgermeister (Pedro Pascal), der über die Coronagesetzgebung mit seinem Sheriff (Joaquin Phoenix) in einen erbitterten Konflikt gerät, eskaliert in alle Richtungen. Und macht selbst vor Kritik an vornehmlich weißen Oberschichtsgutmenschen nicht Halt. Das ist schwer zu ertragen, aber genau deshalb ein Augenöffner – und darstellerisch sowieso über jeden Zweifel erhaben.
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